Arm sein vor Gott

31.01.2026

"Selig, die arm sind vor Gott." (Mt 5,1) Jesus hat nicht gesagt: "Selig, die arm sind." Es ging ihm also nicht um materielle Armut. Arm sein vor Gott – was heißt das aber?

Ich muss da sofort an unseren Namen denken: Arme Dienstmägde Jesu Christi. Da geht es auch nicht um die materielle Armut. Katharina war arm; der Westerwald war arm. Das "Arme" in unserem Namen bezieht sich also auch auf die Armut vor Gott.

Armut gehört zum Ordensleben, es ist eins der drei Gelübde, die Ordensleute ablegen. Um Gottes Willen, um des Wortes Jesu willen, geben sie sich in freiwillige Abhängigkeit und verzichten auf die Verfügbarkeit materieller Güter.

Wie versteht Katharina die Seligpreisung Jesu: "Selig, die arm sind vor Gott."

Katharina wusste und war fest davon überzeugt, dass alles, was sie ist und hat, von Gott kommt. Ohne Ihn wäre das alles nicht. Und so lebte sie: In gänzlicher Abhängigkeit von Gottes Willen und in vollkommener Dankbarkeit für alles, was Er ihr schenkte. In allem und überall wollte sie nichts anderes als das, was Gott will. (vgl. Brief 209)

Diese Briefstelle spricht Bände: "Eines liegt mir sehr am Herzen, Euch allen … zu empfehlen, beim Beginne des neuen Jahres, einen innigeren Umgang mit Gott zu erlangen, indem wir in allem das wollen, was Gott will, und das nicht wollen, was Gott nicht will." (Brief 200)

Damit werden wir wirklich arm vor Gott, -

und gleichzeitig unendlich reich, denn Er will ja nur das Beste für uns.

Und wir brauchen es nur dankbar anzunehmen.