Bilder sprechen

03.10.2026

Ganz bestimmt haben Sie auch schon die Erfahrung gemacht, dass man durch Märchen oder Erzählungen viel besser wichtige Dinge an die Menschen bringen kann als durch bloße Ermahnungen oder Reden. Jesus wusste schon, warum er so viel in Gleichnissen sprach. Was er sagen wollte, kam viel besser durch Bilder an. Vor allem: Die Bildersprache versteht eigentlich jede und jeder.

Auch Katharina benutzte die Bildersprache. Sr. M. Aurelia Fröhlich, die Katharina selbst noch kannte, wusste, dass Katharina "einfach, aber klar und schön, die Bilder anzuwenden verstanden hat. Besonders, wenn sie über geistliche Dinge redete, wurde man nicht müde, ihr zu lauschen." (Aurelia, S. 24)

"Katharina sprach einst von der Verbreitung der Genossenschaft und meinte: `Es ist wie bei einer Kugel. (Kanonenkugel, wie sie diese bei der Festung Ehrenbreitstein oftmals sehen konnte.) Sie platzt auseinander, und viele kleine Kugeln gehen daraus hervor und rollen nach allen Seiten hin.´"

"Einer Schwester erzählte sie einst, der liebe Gott habe sie im Geiste auf einen sehr hohen Berg versetzt und ihr von dort aus gezeigt, wie die Welt von Lastern und Unkräutern überwuchert war. Die verschiedenen Laster erkannte sie unter dem Bilde von sieben Unkräutern, unter denen das letzte der Meier war, (Vogelmiere, in Nassau so genannt) der sich besonders schnell und üppig verbreitet. Er sinnbildete den Unglauben. Sie sah, wie alles davon überwachsen war. Zuletzt war ein solch schreckliches Durcheinander, dass kein Ein- und Ausweg zu finden war und man sich voll Entsetzen fragte: `Wie hast du das ausgehalten?´" (Aurelia, S.12)

"Wir müssen in diesen gefahrvollen Zeiten einen tiefen, lebendigen Glauben in uns tragen, gründliche Religion der Kirche besitzen, zweitens ein großes und festes Vertrauen auf Gott muss uns beseelen, wodurch wir alles von Gott hoffen und in allem auf den Herrn vertrauen, und drittens muss uns beglücken die herzliche Liebe Gottes." (Brief 68)

Das ist eine Originalaussage von Katharina. Im Grunde sagt sie hier genau das, was sie mit den "Unkräutern" zum Ausdruck bringt. Anschaulicher ist sicher dieses Bild. Was meinen Sie?

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