Der Tod gehört zum Leben
Der Herbst hat uns eindeutig eingeholt. Wie geht es Ihnen damit? Viele Menschen haben Probleme mit dem Herbst. Er hat ja mit Abschied zu tun, letztlich sogar mit dem Tod.
Viele Zeitgenossen verdrängen ihn, den Bruder Tod, wie der hl. Franz von Assisi ihn nennt. Andere versuchen alles, um ihn möglichst weit hinauszuschieben. Heute gibt es viele Möglichkeiten. Es gibt auch Zeitgenossen, die daran arbeiten, den Tod abzuschaffen. Verrückt, oder? Denn - ist es erstrebenswert, unendlich zu leben?
Für Katharina Kasper gehört der Tod zum Leben; für sie ist das Ende des irdischen Lebens der Übergang in das ewige Leben in der Anschauung Gottes.
In zahlreichen Briefen bringt Katharina diese Sicht unmissverständlich zum Ausdruck. In Europa starben 1887 dreizehn und in Amerika fünf Schwestern. Am Ende dieses Jahres schreibt Katharina einen Rundbrief an ihre Gemeinschaft, in dem sie auch den Tod dieser Schwestern erwähnt. Sie fordert die Schwestern auf, darüber nachzudenken, "wie schnell das Jahr in das Meer der Ewigkeit geeilt und aus unserer Mitte eine Anzahl unserer lieben Mitschwestern mitgenommen [hat] in die Ewigkeit." (Brief 136)
Wir wissen alle, dass Katharina das diesseitige Leben keineswegs gering einschätzt. Doch da sie das wahre Glück sucht, bleibt sie nicht im Hier und Jetzt stecken, sondern fordert ihre Schwestern auf:
"Wir wollen vereint beten um alle Gnaden, welche wir bedürfen, um einen guten Kampf zu kämpfen, den Lauf zu vollenden und den Glauben zu bewahren (vgl. 2 Tim 4,7) damit wir unser hohes Ziel, die ewige Seligkeit, erreichen." (Brief 23)
Ob wir von Katharina lernen können? Ganz bestimmt, - wenn der Herr uns den Glauben schenkt, dass unser irdisches Leben ein Ziel hat – unsere Heimat bei ihm. Daher sagt sie uns: "Der Himmel ist alles wert." (Brief 80)