Du bist heilig!

31.10.2026

Wie wird man eigentlich heilig?

Wahrscheinlich sagen Sie jetzt: "Das will ich gar nicht werden."

Der Witz ist nur: Wir sind schon heilig! Paulus macht ganz deutlich, dass "Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen …" (Eph 5,26) Wir sind also "in Christus Jesus Geheiligte", "zu Heiligen Berufenen" (1 Kor 1,2). Christus ist es, der uns heiligt.

Am Fest Allerheiligen, das wir ja an diesem Sonntag feiern, gedenken wir aller Menschen, die durch die Taufe zu Christus gehören – ob sie hier auf unserer Erde leben oder schon im Himmel.

"Fahren Sie fort, … und vervollkommnen Sie sich in allen Tugenden, besonders im Gebetsgeist. Denn solange man betet, segnet der Herr unser Wirken. Ihre Station kann und wird sich noch immer mehr ausdehnen; denn dieses bleibt nicht aus, daß sich alles vergrößern wird. Aber es bleibt für uns dennoch unsere Hauptaufgabe, für die Heiligung zuerst zu sorgen ..." (Brief 118)

Das sagt Katharina. Wir können also noch etwas dazu beitragen. Was denn, werden Sie fragen? Vielleicht geben uns die so genannten Seligpreisungen eine kleine Hilfe. Dieser Text wird uns nämlich in der Liturgie am Fest Allerheiligen vorgestellt. Die Aufrufe beginnen immer mit "Selig sind die …" Man könnte auch übersetzen: glücklich oder auch heilig sind die …

"Heilig die Armen im Geist …; heilig die Trauernden …; heilig die Gewaltlosen …; heilig die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit …; heilig die Barmherzigen …; heilig, die reinen Herzens sind; heilig, die Frieden stiften …" (Mt 5, 3-11)

Klar, dass damit nicht gemeint ist, dass der Arme heilig ist, weil er arm ist, oder dass der Verfolgte heilig ist, weil er verfolgt wird. Heilig sind wir, wenn wir zur Armut, zur Trauer, zur Verfolgung Ja sagen können, weil sie von Gott zugelassen wurden und Einfallstore sein können, durch die Gott uns Seine Nähe schenken kann, seine Kraft, seine Barmherzigkeit.

Heilig sind wir, wenn wir in der Verbindung mit Jesus leben, der uns die Seligpreisungen / die Heiligpreisungen in seinem heiligen Leben vorgelebt hat.

Katharina wusste genau, dass sie nichts hatte, nichts konnte ohne Gott. Und sie war offen für die Gnade Gottes. Durch Gott und in Ihm wirkte sie Großes. Die Kirche hat Gottes Werk in ihr und an ihr und das durch sie Geschehene anerkannt und sie daher 2018 offiziell heiliggesprochen.

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