Erst später
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie diese unsägliche Frage nach dem WARUM, auf die es doch keine Antwort gibt, auch kennen. Warum gerade ich? Warum passiert mir das? Und bei manchen kommt dann auch noch die Frage: Warum straft mich Gott?
Eines ist sicher: Der Vater Jesu Christi – unser Gott – straft nicht wegen eines Vergehens, das mir passiert ist. Er ist die Liebe; und Liebe lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. (1 Kor 13,5)
Jesus ist da eindeutig im Blick auf den Blindgeborenen. Auf die Frage, wer gesündigt hat, seine Eltern oder er selbst, sagt Jesus: "Weder noch. Vielmehr sollen die Werke Gottes an ihm offenbar werden." (Joh 9, 3)
Katharina Kasper begegnete vielen Situationen, die sie nicht verstand. Sie wäre nie auf die Idee gekommen, nach dem Warum zu fragen. Ganz im Gegenteil. "Man muss die Vorsehung anbeten", sagt sie. "Erst später wird es uns klar werden, warum solche Prüfung vom lieben Gott zugelassen wurde." (Brief 16)
Irgendwie ist das doch entlastend, oder? Sowohl Jesu Antwort, als auch Katharinas Haltung. Wenn Gott es zulässt, was mir passiert, dann hat es einen Sinn. Irgendwann wird mir der aufgehen – zu Seiner Zeit, wenn Er will. Auf jeden Fall wird Sein Werk an mir offenbar werden.
Das Leben könnte so leicht sein, wenn wir dieser Zusage trauen würden …