Liebe und Erkenntnis will Er
"Was muss ich tun, damit ich einen gnädigen Gott finde?"
Sie haben recht, - das ist die Frage, die Martin Luther sehr zusetzte. Ich glaube aber, dass dies ein Problem vieler heutiger Zeitgenossen ist, die Gott noch ein bisschen im Blick haben.
Schon im Alten Testament wird ganz klar gesagt: "Liebe und Gotteserkenntnis will ich, nicht Opfer." (Hos 6, 6) Und genau das gleiche wird uns im Neuen Testament immer wieder zugerufen. Nicht unser Tun ist das Erste, sondern die Liebe. Liebe, dann tue, was du willst. (Augustinus)
Katharina Kasper wusste das. Deshalb betete sie: "Gott, gib mir eine vollkommenere Liebe zu Dir, eine Liebe, die nichts verlangt und nichts ausschlägt, eine Liebe, die Dich allein sucht." (vgl. Brief 67)
Die Liebe, die Gott schenkt, lässt keinen Raum für ungeordnete Wünsche, für unangemessenes Verlangen. Gott weiß, was ich brauche, was mir gut tut, was das Beste für mich ist. Da gibt es kein Mehr.
Die Liebe, die Gott schenkt, lässt einen weiten Freiraum für mein Tun. Sie hindert mich, dass ich das von Ihm Kommende ausschlage, denn alles, was Seine Liebe gibt, ist gut; alles ist so, wie es sein muss, damit ich Leben habe, Leben in Fülle.
Katharina bittet um eine vollkommenere Liebe. Ist das nicht die Liebe, die Gott all das zurückgibt, was ER mir schenkt? Liebe hat nur das eine Verlangen: Gott immer mehr zu suchen, um IHN tiefer und inniger kennenzulernen, IHN immer tiefer zu besitzen.
"Du sollst mein Mein sein …" (Brief 81)
"Liebe und Gotteserkenntnis will ich, nicht Opfer." Katharina gibt mit ihrem ganzen Leben Antwort. Katharinas Leben ist ein Leben der Liebe, sie ist ganz von der Liebe zu Gott und dem Nächsten erfüllt. Gott ist DIE LIEBE. Sie hat in Katharina Gestalt angenommen, ist in ihr Mensch geworden.
Wie würde sich unsere kleine Welt verändern, wenn uns das nur ein bisschen gelänge …!