So einfach ist das nicht
"In allem und überall geschehe der heilige Wille Gottes." (u.a. Brief 14;27;29)
In allem und überall das heißt auch: zu jeder Zeit, immer.
Das ist Katharinas Lebensmaxime. Das ist ihre Haltung, ihre Einstellung. Das ist ihr Lebensinhalt.
Das hört sich so leicht an. Aber nicht immer ist uns klar, was der liebe Gott von uns in einer bestimmten Situation, im Blick auf eine bestimmte Entscheidung will. Das wusste Katharina auch: "Den Willen Gottes zu tun, ist nicht zu schwer; aber schwer ist, wenn man ihn nicht weiß." (Aufzeichnungen von Sr. M. Corona von Kleist, Nr. 74)
In solchen Fällen hat Katharina vor allem gebetet. Das Wort der Heiligen Schrift, das sie im Gottesdienst hörte, war ganz wichtig für sie. Ja, und der Austausch mit den Mitschwestern oder Mitmenschen.
Es gibt auch die Fälle, bei denen ich sicher bin, den Willen Gottes erkannt zu haben. Das gab es bei Katharina auch. Und da gab es einen Bischof Peter Josef Blum, ein ihr vertrauter Mensch, dessen Meinung für sie sehr wichtig war und oft den Willen Gottes widerspiegelte. Wenn er in einer Situation etwas anderes, vielleicht sogar Gegenteiliges sagte, dann wurde ihre Sicht in Frage gestellt. Dann suchte sie weiter, Gottes Willen zu entdecken … zuweilen im Austausch mit dem Bischof.
So etwas gibt es heute auch noch. Dieser vertraute Mensch muss aber ein gottverbundener Mensch sein, der mich und meine Umstände kennt. Dann können sichere Entscheidungen umgeworfen werden, "auch wenn das Herz dabei bluten muss." (Aufzeichnungen von Sr. M. Aurelia Fröhlich, S. 27)
"Den Willen Gottes zu tun, ist nicht zu schwer; aber schwer ist, wenn man ihn nicht weiß."
Wenn ich ihn aber weiß – und sei da auch nur eine 80%ige Sicherheit -, dann muss ich ihn tun – ganz und ohne Wenn und Aber. Vielleicht werden dann Zeichen geschenkt, dass diese Entscheidung richtig war. Das schenkt große, tiefe Freude.