Wüstenerfahrungen und Versuchungen

21.02.2026

Haben Sie schon mal eine Wüstenerfahrung gemacht? Das ist ja eine Extremsituation, mit der man – normalerweise – nicht rechnet. So eine Wüstenerfahrung kann verschiedene Gesichter haben. Eine Wüstensituation bringt immer Mangel, Entbehrung mit sich, - und je nachdem, um welchen Mangel, um welche Entbehrung es sich handelt, werde ich anfällig für Versuchungen.

Haben Sie schon mal eine Wüstenerfahrung gemacht? Ist Ihnen das schon einmal so gegangen? Wenn ja, dann sind Sie ja in guter Gesellschaft. Auch Jesus, Gottes Sohn, der Menschensohn hat Wüstenerfahrungen gemacht, hat Versuchungserfahrungen gehabt. Auch die können verschiedene Gesichter haben. Immer kommt es darauf an, die Versuchung zu erkennen und ihr zu widerstehen. Denn sonst werden wir unfrei und abhängig vom Versucher. Dass Jesus das gelungen ist, wissen wir.

Kannte Katharina Kasper Wüstenerfahrungen? Ich würde sagen: Zuhauf; zum Beispiel: In einem kurzen Brief an ihre Assistentinnen schreibt Katharina dreimal von ihrer Einsamkeit (Brief 76). Nie aber verlor sie den Mut, die Hoffnung, das Vertrauen auf Gott; sie hielt sich an Ihm fest und glaubte fest, dass er immer bei ihr war.

Kannte Katharina Versuchungen? Auch das. Ich denke zum Beispiel an eine reiche Frau aus Dernbach, die Katharina adoptieren wollte, damit sie sie pflegen und beerben könnte. Katharina hätte ausgesorgt. Aber sie wäre abhängig gewesen und ihre Gemeinschaft hätte so nicht entstehen können. Katharina lehnte ab.

Katharina konnte allen Versuchungen widerstehen, da sie Gott im Blick hatte, dem allein sie leben wollte. So blieb sie frei und unabhängig.

Versuchungen kommen immer wieder. Das können wir nicht verhindern. Auch bei Jesus war es so. Katharinas Geheimnis ist das gleiche wie das von Jesus. Beide lebten dem Willen Gottes. So konnten sie Wüstenzeiten bestehen und den Versuchungen widerstehen. Jesus sagt: Seine Speise ist es, den Willen Gottes zu tun! (vgl, Joh 4,34)

Katharina sagt: "Der Wille Gottes ist mir doch das Allerliebste und ich habe keinen größeren Wunsch als diesen, ihn auf die vollkommenste Weise zu genießen." (Brief von 1862)

Und weiter: "In allem und überall geschehe der heilige Wille Gottes." (Brief 14) Das ist ihr größter Wunsch für sich und die Gemeinschaft. Weil sie weiß: Gott WILL das Allerbeste für uns, für jeden Menschen, weil ER Liebe ist.